Der freie Journalist ist der arme Poet der Gegenwart

Veröffentlicht: 2. Februar 2009 in Journalismus, Online, Print
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medienlese.com veröffentlicht heute einen Offenen Brief eines freien Journalisten an DerWesten, der darin seinem Neid auf die wirtschaftliche Situation festangestellter Redakteure Ausdruck verleiht. In den Kommentaren wird wild diskutiert, ob der arme Poet an seiner Lage nun selbst Schuld ist oder nicht. Inklusive hilfreicher Praxistipps, wie dem, man könne ja ein Blog aufmachen und nach einem Jahr davon leben. (Nebenbei gesagt, ist das natürlich genau das Ziel, das ich heimlich mit dem Start dieses Blogs hier verfolge. Und wehe, in 12 Monaten fließt nicht die fette Kohle auf mein Konto.)

Obwohl ich dem anonymen Schreiber inhaltlich nur zustimmen kann, ist mir seine Anklage doch zu weinerlich. Wesentlich besser hat mir der Artikel einer freien Journalistin zum gleichen Thema – der prekären Situation vieler Freier – vor gut einem Jahr in der „Zeit“ gefallen. Eigentlich hätte ich damals schon ahnen müssen, wie sich meine finanzielle Situation entwickeln würde. Ich meine, die Frau schreibt nicht für irgendwelche Provinzblätter, sondern für renomierte Magazine und Zeitungen (Steht bei dem Online-Artikel leider nicht dabei; ich glaube aber mich zu erinnern, dass sie u.a. für „Die Zeit“, „Brigitte“ und noch einige andere Top-Titel schreibt.), und das seit zehn Jahren. Und lebt auf Hartz IV-Niveau. Das sagt eigentlich alles über die Wertschätzung, die auch gute freie Journalisten in deutschen Verlagen genießen.

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