Gemein, aber gut

Veröffentlicht: 8. Februar 2009 in Lesetipp, Print
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Ich weiß nicht, ob Wolfgang Welt sich gefreut hat, als er gestern das große Porträt über sich in der Wochend-Beilage der SZ gelesen hat. Das ist nämlich sehr ehrlich ausgefallen. Welt war vor dreißig Jahren ein viel versprechender Popliterat. Nachdem seine Bücher alle floppten, nahm er eine Arbeit als Nachwächter an, die er noch heute macht. Bald soll sein erster Roman seit Jahrzehnten bei Suhrkamp erscheinen. Er ist seine letzte Chance, den literarischen Durchbruch vor der Rente doch noch zu schaffen.

Während Welt in der Unterzeile noch als „größter Erzähler des Ruhrgebiets“ gefeiert wird, liest sich das im Text schon wesentlich nüchterner. Hauptsächlich habe Welt über sein eigenes trostloses Leben geschrieben – und sei damit nicht gut gefahren:

In dieser Form sei das Schreiben bisher nur „Ausgleich zum Rest meines beschissenen Lebens“. Zweites Pils. So einfach sei das.

Einerseits ist das Porträt von Alexander Runte sehr gut geschrieben, andererseits finde ich solche schonungslosen Porträts über Leute, die eh schon im sozialen Abseits stehen und mit psychischen Problemen zu kämpfen hatten, doch etwas bedenklich.

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