„Tomorrow“ eingestellt: Da war doch was…

Veröffentlicht: 12. Februar 2009 in Lesetipp, Online, Print
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Die zehn Jahre bestehende Internet-Illustrierte „Tomorrow“ wird eingestellt. Richtig etabliert hat sie sich nie, von der medialen Fachwelt wie von Internetnerds wurde sie meistens nur belächelt. Nach diversen wirtschaftlich mehr oder weniger erfolglosen Relaunchs war die verkaufte Auflage zuletzt auf etwa 30.000 gesunken – am Anfang startete man mit gewaltigen 300.000. (Erstaunlich, dass Bauer Burda solange durch gehalten hat, nachdem die Kioskverkäufe zwischendurch sogar mal auf knapp über 6000 Exemplare gefallen sein sollen. „Matador“ hat Bauer ja letztes Jahr eingestellt, obwohl es noch um die 100.000 Exemplare verkauft haben soll.) Thomas Lückerath blickt hier auf die bewegte Geschichte der Zeitschrift zurück, die gleichzeitig eine Art Geschichte der Internetnutzung in Deutschland ist.

Ich hab die „Tomorrow“ nie gekauft, mich da allerdings einmal beworben. Die Idee einer populären Zeitschrift, die sich mit dem Internet und multimedialen Themen beschäftigt, ist ja im Grunde gar nicht schlecht. Allerdings sind auch andere, ähnlich konzipierte Titel wie „Konr@d“ auf dem deutschen Markt immer gescheitert. In den USA läuft die „Wired“ hingegen seit einer gefühlten Ewigkeit. Ist das Thema als Grundlage für eine eigene Zeitschrift also wirklich durch oder haben es bisher hierzulande nur alle falsch umgesetzt? Oder besetzt inzwischen die „Computer BILD“ erfolgreich die Zielgruppe der Leute, die zwar einen Computer haben, aber eigentlich keine Ahnung von diesem? (die beiden letzten Links via)

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Kommentare
  1. crossmedia prof. sagt:

    hello.
    habe da 2 Kommentare, die mir einfach so spontan einfallen:

    1. komisch, dass man sich irgendwo bewirbt, aber nicht ein einziges Mal das Produkt konsumiert hat. Als Medienschaffender, der auch Redakteure und Layouter einstellt, empfinde ich dies als etwas befremdlich, wenn nicht sogar „arrogant“ oder „frech“. naja. nicht der langen Rede wert.

    2. eingestellt hat nun das Magazin der Burda-Verlag (nicht Bauer), der das Produkt (p.s. einst mit 600’000 Topauflage!) vom Milchstrassenverlag übernahm und die Produktion von Hamburg nach München verlagerte.

    p.s. ich bin übrigens weder ehemaliges noch bisheriges Mitglied von tomorrow.

    lieber Gruss….

  2. admin sagt:

    @crossmedia prof.:
    zu 1) Das war glaube ich die Internet-Redaktion, für die ich mich damals beworben hatte, nicht die Zeitschrift selbst. Ansonsten ist das immer so eine Sache: Kauft man sich sämtliche Medien, bei denen man sich als arbeitsuchender Journalist bewirbt oder reicht es, diese mal in Ruhe durchgeblättert zu haben und sich ihren Online-Auftritt angesehen zu haben, um eine Bewerbung zu schreiben? Ich tendiere zu Letzterem, kaufe mir den Titel dann erst, falls ich zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen werde. Was daran arrogant sein soll, verstehe ich nicht. Es geht ja eher darum, Ressourcen zu sparen, nicht darum, dass man mit dem Medium nichts zu tun haben will.

    zu 2) Huch, da habe ich tatsächlich Bauer und Burda verwechselt, sorry. Klar, „Tomorrow“ war Burda, deshalb heißt deren Internet-Tochter ja auch „Tomorrow Focus“ – na, vermutlich nicht mehr lange.

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