Blank und blonde: Neues auf dem Lifestyle-Markt

Veröffentlicht: 5. März 2009 in Print
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Kaum ist das „blond“-Magazin eingestellt, liegt schon eine neue Zeitschrift des Blond-Verlags in den Regalen. Das heißt originellerweise „blonde“, was wohl Kontinuität und Neuanfang gleichzeitig symbolisieren soll. Anders als die alte „blond“ ist „blonde“ in erster Linie ein Modemagazin. Und damit für mich schon mal uninteressant. (LIEBLING ist ja auch zu einem großen Teil eine Modezeitschrift, aber da gibt es halt noch so viel Anderes zu entdecken.)

Und dann gibt es nach „Missy“ (dessen zweite Ausgabe ebenfalls seit ein paar Tagen erhältlich ist) schon wieder ein neues Popkulturmagazin: „Blank“ wird von den ehemaligen Redakteuren der „Face“ gemacht. Die wurde schon nach drei Nummern wieder eingestellt, weil es Streit zwischen Redaktion und Verleger gab.  Jetzt also ein Magazin mit den Untertiteln „Face your magazine“ und „Gesellschaft, Diskurs, Disco“. Wobei ich letzteres im Gegensatz zu andreaffm schon wieder witzig finde. Das Heft selbst habe ich gestern nirgendwo in Düsseldorf gefunden, hätte doch gerne mal rein geguckt. Wie sich neue Zeitschriften etablieren wollen, die absolut nirgends erhältlich sind, ist mir rätselhaft. Es hat sicher nicht jeder soviel Motivation wie ich, fünf verschiedene Bahnhofs- und Großbuchhandlungen abzuklappern, wenn er von einer neuen Zeitschrift hört.

Andreaffm findet harte Worte für das neue Heft, an dem sie kaum ein gutes Haar lässt:  Es biete eine Mischung aus „Indie-Obskurantismus und strukturellem Analphabetentum“. Außerdem wirft sie dem Verfasser des Editorials vor, ein abgebrochenes Soziologiestudium kompensieren zu wollen, weil er Wörter wie Enkulturation verwendet. Tja, das ist ja eh ein altes Problem der Popkultur-Magazine. Das mit dem Soziologiestudium denkt man ja auch beim Lesen der „Intro“ (die ich ansonsten ganz gerne mag) öfter. Mir gibt mehr zu denken, dass mich von den angekündigten Themen der Debütausgabe von „Blank“ erst mal gar nichts interessiert. Naja, vielleicht sehe ich das Heft ja noch mal irgendwo im Laden.

(Links zu „Blank“ via)

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Kommentare
  1. Annika sagt:

    Es scheint symptomatisch im Netz, Magazine vorzustellen ohne sie zu lesen. Ich hab ein bißchen übers Blank recherchiert bzw. es versucht und alle Blogs verweisen auf den Text von Andreaffm, der eine Antihaltung ausstrahlt, dabei wenig analytisch ist und hämisch disst. Und obwohl Andrea nicht unbedingt Bloggerin ist, unterstellt sie dann doch das Soziologiestudium bzw. dessen Abbruch, ohne es zu recherchieren. Das Zeitschriftenblog ist ja leider etwas eingeschlafen – wo wird denn eigentlich derzeit gelesen und rezensiert?

  2. Medienjunkie sagt:

    Liebe Annika,
    ich hätte gerne erst etwas über das Heft geschrieben, nachdem ich es zumindest einmal überflogen hätte. Nur wie schon im Artikel geschrieben, war es nirgendwo in Düsseldorf zu bekommen.
    Das mit dem Soziologiestudium scheint mir keine ernsthafte Behauptung zu sein, die man gegenrecherchieren müsste, sondern eher eine locker-flapsige Abqualifizierung. Ich hör das auch öfter über „Intro“: „Die schreiben so geschwurbelt theoretisch, die haben bestimmt Soziologie studiert.“
    Ansonsten versuche ich schon manchmal, ausführlicher über Zeitschriften/Zeitungen zu schreiben, die ich auch gelesen habe, z.B. hier oder hier.

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