Archiv für 19. März 2009

Eine Frage, die sich die „Tagesthemen“ vielleicht mal stellen sollten. Am Tag, an dem im Prozess Fritzl das Urteil gesprochen wurde, einem Fall, der in der ganzen Welt die Menschen interessiert hat und besonders natürlich diejenigen in den deutschsprachigen Ländern, macht das ARD-Nachrichtenmagazin mit Steinbrücks Kampf gegen die Steueroasen auf, bringt danach zehn Minuten lang Belanglosigkeiten zu irgendwelchen EU-Maßnahmen gegen die Wirtschaftskrise und fünf Minuten vor Schluss noch einen Andernthalbminüter zu dem Urteil. Also, nichts gegen Zurückhaltung, und dass die ARD nicht auf jede Sex and Crime-Story aufspringt, wie RTL & Co. das machen, ist ja schön. Aber so dermaßen das Informationsbedürfnis des Publikums zu ignorieren, kann sich eigentlich kein Sender leisten. Und dann wundern die sich, dass die Leute lieber „RTL aktuell“ gucken…

Ist mir bei den „Tagesthemen“ übrigens schon öfter aufgefallen, dass die eine sehr merkwürdige Vorstellung haben, was denn nun die wichtigsten Themen des Tages waren. Neulich brachten die als Aufmacher einen Bericht darüber, wie sich ein ehemals stark verschmutzter Fluss wieder erholt hat, mit Aufnahmen von fröhlichen Fröschen und O-Tönen irgendwelcher Landschaftsschützer. Ein Bericht, der schön in die „Lokalzeit“ gepasst hätte, aber ganz bestimmt nicht als erster Beitrag in ein bundesweites Nachrichtenmagazin.

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Medienkrise in den USA

Veröffentlicht: 19. März 2009 in Journalismus, Online, Print
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Die taz mit einem Artikel über das ganze Ausmaß der Zeitungs- und Medienkrise in den USA. Von 2001 bis 2009 ist ein Viertel aller journalistischen Arbeitskräfte verloren gegangen. In Deutschland dürfte es nicht viel besser aussehen. Und die Verleger heben immer noch kein Geschäftsmodell, wie man den Niedergang der Zeitungen aufhalten oder dem im Internet etwas Adäquates entgegensetzen könnte. Stattdessen setzen die meisten weiter auf Klickhurerei im Netz und Agenturmeldungen plus Nachbarschaftsfest in der Zeitung.