Noch ein neues Print-Magazin: „Aufstieg und Fall“

Veröffentlicht: 17. Juni 2009 in Print
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Print lebt: Aufstieg und Fall Nr.1

Print lebt: "Aufstieg und Fall" Nr.1

Print ist tot, hört man allerorten. Einige Optimisten scheint das nicht weiter zu interessieren, denn ständig werden neue Nischen-Magazine gegründet. Nach „Missy“ und „Cargo“ liegt seit Montag ein weiteres neues Magazin an den Bahnhofskiosken der Republik: „Aufstieg und Fall“ sieht ähnlich aus wie „DUMMY“, soll ebenfalls monothematisch sein, und setzt den Trend zu sperrigen Magazinnamen fort, den der (inzwischen von Springer wieder eingestellte) „Humanglobale Zufall“ im vergangenen Jahr eingeläutet hat. Der Titel ist laut meedia.de bei der US-Autorin und Gesellschaftkritikerin Flannery O´Connor entlehnt, die in den 60er Jahren ein Buch mit dem Titel „Everything that rises must converge“ veröffentlichte. Im ersten Heft geht es um genau das, ums Aufsteigen und Abstürzen.

Wie gesagt, beim Durchblättern erinnert das Heft stark an „DUMMY“: Lange Texte wechseln sich mit Fotostrecken ab, thematisch geht es um Gesellschaft und Kultur, das ganze ist schlicht-stylish gelayoutet und auf dickem Papier gedruckt. Auffällig ist, dass zwei Texte auf Englisch abgedruckt sind; hinten im Heft finden sich dann die deutschen Übersetzungen. Zumindest eine der Autorinnen der Debütausgabe ist halbwegs prominent: Ariadne von Schirach tingelte vor zwei Jahren mit ihrem Buch „Der Tanz um die Lust“ durch die Talkshows, in dem es um unsere übersexualisierte Gesellschaft ging. Hier bleibt sie ihrem Lieblingsthema treu und schreibt übers Hochschlafen.

Hinter „Aufstieg und Fall“ steckt mal wieder kein Großverlag, sondern wie bei o.g. Magazinneugründungen und wie auch bei „DUMMY“ eine Gruppe Idealisten, die das Magazin im Selbstverlag herausgeben, mit einer Auflage von 10.000 Exemplaren, alle drei Monate neu. Ungefähr so würde ich es auch machen, wenn ich das Geld hätte. Während Bauer, Burda, Springer & Co. jammern, dass ihr EBIT sinkt und die Anzeigenkunden ins Internet wandern, und deshalb alles wieder einstellen, was weniger als 100.000 Stück verkauft, kommen die Innovationen auf dem Zeitschriftenmarkt in den letzten Jahren fast immer von Klein- und Selbstverlagen. Print ist lebendig wie eh und je, wenn es nur gut gemacht ist.

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