Warum ist der „Presseclub“ so tendenziös?

Veröffentlicht: 20. September 2009 in Politik, TV
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Ist die überwiegende Mehrheit der politischen Journalisten in Deutschland konservativ oder sucht die ARD nur solche für die Teilnahme am „Presseclub“ aus? Eine Frage, die ich mir schon öfter gestellt habe. Bei der heutigen Sendung war es wieder mal besonders auffällig: Der Vertreter der Badischen Zeitung sagt, die Agenda 2010 habe doch so viele neue Arbeitsplätze gebracht. Keiner widerspricht. Ex-FAZ-Herausgeber Hugo Müller-Vogg malt das Schreckgespenst einer rot-rot-grünen Bundesregierung an die Wand: „Die Reichen würden auswandern, die Armen würden nicht reicher werden und die Mittelschicht würde durch höhere Abgaben belastet.“ Eine der beiden Journalistinnen, die auch noch teilnehmen dürfen, kichert zustimmend und sagt: „Ja, genau.“ Von Gegenstimmen keine Spur, niemand, der den neoliberal-konservativen Meinungsmainstream mal in Frage stellen würde. Sieht so ausgewogene öffentlich-rechtliche Meinungsbildung aus?

Man könnte z.B. mal fragen, was denn an Müller-Voggs Prognose so schlimm wäre, selbst wenn sich diese erfüllen würde. Im Moment sieht es nämlich so aus: Die Reichen werden immer reicher, die Armen immer ärmer und immer zahlreicher und die Mittelschicht schrumpft. Ist das wirklich so viel besser als die oben genannte Voraussage? Solange im „Presseclub“ aber hauptsächlich neoliberale Vorbeter wie Jörges und Reitz als Stammgäste sitzen (und ab und zu mal eine Bettina Gaus oder früher auch Bascha Mika von der taz als linke Alibi-Gäste), werden wir auf solche kritischen Gegenfragen wohl weiter vergeblich warten müssen.

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