Die Definition von uncool: Die Grünen

Veröffentlicht: 27. September 2009 in Politik, TV
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Zunächst muss ich ProSieben mal ein Lob aussprechen, dass die ihr gesamtes Samstagabendprogramm frei schaufeln, um jungen Zuschauern das Wählen gehen näher zu bringen. Ich mag Stefan Raab mit seinen ganzen Selbstdarstellungs-Product Placement-Events sonst überhaupt nicht, aber dass er seine Popularität in der jungen Zielgruppe nutzt, um statt für Popbands mal für Parteien per Televoting abstimmen zu lassen: Respekt. Danach durfte Sido dann noch recht unbefangen mit Politikern und Jungwählern plaudern.

Bei der „TV Total Bundestagswahl“ gewann die CDU/CSU knapp vor der Linken. Letztere lag in vielen (auch westdeutschen) Bundesländern haushoch vorne und konnte ihre Stimmen gegenüber der Show in 2005 fast überall um rund 20 Prozentpunkte verbessern. Um ungefähr genauso viele Prozentpunkte sackte die SPD im Durchschnitt ab und landete diesmal nur noch auf dem vierten Platz der Gesamtwertung – hinter der FDP. Am erstaunlichsten aber: Die Grünen belegten überall den letzten Platz.

Hätte man vor zehn Jahren eine vergleichbare Abstimmung mit einem vergleichbar jungen Publikum gemacht, wären die Grünen vermutlich noch auf dem zweiten Platz gelandet. Es waren ja früher vor allem junge Erwachsene, Studenten etc., die zu den eifrigsten Wählern dieser Partei gehörten, während sie den Älteren immer etwas suspekt war. Davon ist nun wirklich nichts mehr übrig geblieben. Inzwischen sind selbst die ehemaligen Senioren- und Zahnärzte-Parteien Union und FDP wohl viel cooler geworden als die Öko-Spießer. Für soziale Gerechtigkeit und Friedenspolitik scheint inzwischen eher die Linke zu stehen, für Freiheitsrechte, auch im Internet, wahrscheinlich eher die FDP (und die Piraten), Ökologie ist (scheinbar) eh bei allen Parteien angekommen, und was Wirtschaft und Arbeitsplätze angeht, scheinen Jungwähler die „bürgerlichen“ Parteien inzwischen ähnlich zu bevorzugen wie die Gesamtwählerschaft. Den Grünen bleiben nur ein paar unentwegte Alt-68er und die Mittdreißiger-Bionade-Bohème vom Prenzlberg als Stammwähler übrig. Gibt es eigentlich schon eine Seniorenorganisation bei den Grünen? Die „Evergreens“ oder so was in der Art?

Und hier noch mein Wunschwahlergebnis von heute Abend, das wahrscheinlich leider nicht so eintreffen wird:

Union: 30 %

SPD: 23 %

Linke: 23 %

Grüne: 10 %

FDP: 8 %

Dann wäre wirklich die Frage interessant, ob die SPD das immer noch als klaren Auftrag für eine Fortsetzung der Großen Koalition werten würde oder ob sie Münte und Steinmeier endlich in die Wüste jagen und eine Koalition bilden würde, mit denen sie das verwirklichen könnte, wozu sie eigentlich mal gegründet wurde.

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