Wer hat uns verraten? Nicht nur Sozialdemokraten.

Veröffentlicht: 11. Oktober 2009 in Politik
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Es war fast schon abzusehen: Nicht nur die SPD ist unfähig oder unwillig, linke Mehrheiten zu nutzen, die Grünen sind es genauso. Nun wird es also Jamaika im Saarland geben. Das gleiche Trauerspiel wie in Thüringen, nur diesmal dank einer anderen einstmals radikalen Partei. In beiden Ländern gab es vom Wähler eine klare Mehrheit für eine linke Regierungsbildung, in beiden Ländern stützen Teile der ehemaligen „Linken“ lieber die regierende CDU. (Und schuld ist mal wieder der böse Oskar, der inzwischen so etwas wie der Gottseibeiuns der deutschen Politik zu sein scheint.)

Wer sich diese Entscheidungen ansieht und dann noch daran denkt, was letztes Jahr in Hessen abging, könnte allerdings auch auf die Idee kommen, dass es sich hier nicht nur um eine strukturelle Verbürgerlichung ehemaliger linker Parrteien handelt, sondern dass man daran auch ablesen kann, wer in diesem Staat eigentlich wirklich die Macht hat. Die Wähler scheinen es nicht unbedingt zu sein, denn egal, wie sie abstimmen, am Ende gibt es immer einen Ministerpräsidenten von der CDU. Und das ist traditionell nun mal die Partei der Wirtschaft. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

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Kommentare
  1. vitzliputzli sagt:

    huhu, bist du der medienjunkie von blog.de?

  2. Medienjunkie sagt:

    Nein, ich bin der Medienjunkie vom ehemaligen rheinblick-mag.de

  3. vitzliputzli sagt:

    ok, ich dachte, ich treff einen alten bekannten.

    schönen tag noch…

  4. Olsen sagt:

    Diese bescheuerte Formulierung „ein Schelm, wer dabei Böses denkt“, ist so ziemlich der billigste journalistische Kniff, den es gibt. Schreib doch einfach deine Meinung hin, Mensch. Der Artikel ist eh wertend bis zum Anschlag, also warum dann dieser Abschluss?

  5. Medienjunkie sagt:

    Es gab ja damals in Hessen schon Mutmaßungen, einige der Stimmen der SPD-Abweichler könnten gekauft gewesen sein. Natürlich habe ich keinerlei Hinweise darauf, dass das in einem der Bundesländer der Fall gewesen ist. Es ist aber schon auffällig, dass SPD-Frauen wie Heide Simonis und Andrea Ypsilanti an Mitgliedern ihrer eigenen Fraktionen scheitern, während sich eigentlich von den Wählern abgewählte CDU-Ministerpräsidenten wie Roland Koch oder jetzt Peter Müller durch taktische Spielchen doch an der Macht halten können.

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