Unternehmenskultur in Comicverlagen

Veröffentlicht: 4. Dezember 2009 in Bücher
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Aus der Serie „Was man aus Comics lernen kann“: Auf die Psyche von frankobelgischen Comiczeichnern scheint es sich ausgewirkt zu haben, bei welchem der großen Verlage sie beschäftigt waren. Merkwürdigerweise waren es nämlich fast immer die Zeichner des belgischen Dupuis-Verlages (in dem das „Spirou“-Magazin erscheint), die depressiv wurden, während diejenigen, die für den Lombard-Verlag und dessen „Tintin“-Magazin arbeiteten, lebenslustige Menschen waren.

„Tibet bestätigt mir auch noch, dass es bei Lombard die Lebemänner und Frauenhelden gab und bei Dupuis die depressivern Alkoholiker… Bei Dupuis haben die Frauen ihre Männer zu den Festivals und Betriebsessen begleitet. Bei Lombard waren die Essen ohne Ehefrauen und endeten spät in irgendwelchen Bars. Man könnte von Unternehmenskultur sprechen…“ (So zitiert Lewis Trondheim den „Altmeister“, der seit Jahrzehnten die Serie „Rick Master“ zeichnet, in seinem autobiographischen Comic „Ausser Dienst“. Trondheims Kommentar dazu: „Ich bin froh, dass ich 1994 beim Spirou-Magazin nicht weitergemacht habe…“)

Merkwürdigerweise waren die großen Serien von Dupuis/“Spirou“ meistens humoristische Comics („Spirou und Fantasio“, „Gaston“, „Lucky Luke“, „Die Schlümpfe“ etc.), während in Lombards „Tintin“ eher Abenteurserien wie „Tim und Struppi“, „Blake und Mortimer“ oder eben „Rick Master“ erschienen. Macht es also depressiv, immer witzige Geschichten zeichnen zu müssen? (Hier könnte man jetzt sicher auch Parallelen zu Filmregisseuren wie Charlie Chaplin oder Woody Allen ziehen.)

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