Lesetipp zur Zeitungskrise

Veröffentlicht: 15. Dezember 2009 in Lesetipp, Print
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„Vier Redakteure produzieren hier in Anklam vier Lokalausgaben und sind manchmal 100 Kilometer für einen Termin unterwegs: von Anklam bis Usedom, von Pasewalk bis Ueckermünde. Wenn mal einer krank wird, wissen sie nicht, wie sie die Seiten füllen sollen. Eine Wirtschaftsseite haben sie schon lange nicht mehr – zu aufwendig zu recherchieren, sagt Zarnekow, zu teuer. Dafür haben sie jetzt eine Babyseite, auf der sie Fotos von den Neugeborenen in der Umgebung drucken.

Sie betreuen nebenher das Lesertelefon, die Abonnenten, das Gewinnspiel. Seitdem der neue Geschäftsführer da ist, heißen sie in Hausmitteilungen nicht mehr Redakteure, sondern Content-Manager.“

Ein lesenswertes Dossier der „Zeit“ über die Krise des (Print-)Journalismus in Deutschland. (Das Beispiel oben dreht sich um den „Nordkurier“, eine Lokalzeitung, die in letzter Zeit vor allem damit von sich reden macht, dass sie Abmahnungen an Blogger verschickt.)

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Kommentare
  1. Nessy sagt:

    Die Zeitungskrise ist vielerorts eine Krise des Journalismus. Papier mag sich als Distributionsform in vielen Zielgruppen überholt haben – es ist aber ein Trugschluss zu glauben, dass diejenigen, die keine Zeitung lesen, ihre Nachrichten andernorts rezipieren. Vielmehr scheint es mir umgekehrt: Diejenigen, die an journalistischen Inhalten interessiert sind, holen sie sich – digital, aber auch gedruckt. Doch die Zahl derer, auf die das zutrifft, nimmt meiner Wahrnehmung nach ab. Was das für eine demokratische Gesellschaft bedeutet, mag ich mir nicht ausmalen.

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