3x Paul Verhoeven in 3 Wochen

Veröffentlicht: 24. Januar 2010 in Film
Schlagwörter:

Ein interessanter Regisseur, auch wenn ich die meisten seiner Filme dann doch irgendwie trashig finde, ist Paul Verhoeven. Nachdem ich gestern auch endlich mal „Hollow Man“ im Fernsehen gesehen habe, der allgemein immer als einer seiner schlechtesten Filme genannt wird, waren das für mich jetzt 3 seiner Filme in knapp 3 Wochen. Mein Urteil fällt höchst unterschiedlich aus:

„Black Book“ („Zwaartboek“): Ein fast perfekter Unterhaltungsfilm mit Anspruch, in dem Verhoeven Actionkino à la Hollywood mit europäischem Erzählkino verbindet. Man merkt, dass er einerseits durch die Arbeit in den USA sein Handwerk als Actionregisseur gelernt hat und dies hier einsetzt, um andererseits eine für ihn als Niederländer der Kriegsgeneration persönliche Geschichte zu erzählen. Für mich sein bester Film: spannend, bewegend, mit überwiegend vielschichtigen Charakteren und einer Story, die nicht schwarz-weiß zeichnet, sondern zeigt, dass die Welt auch in Kriegszeiten nicht so einfach in Gut und Böse zu unterteilen ist, wie manche gerne denken.  5 von 6 Sternen

„Der Soldat von Oranien“ („Soldaat van Oranje“ aka „Soldiers“ aka „Survival Run“): Hat mir nicht mehr ganz so gut gefallen wie beim ersten Ansehen, was aber auch daran liegen kann, dass mir diesmal die wirklich schlechte Synchronisation aufgefallen ist (Dummerweise gibt’s auf der erst kürzlich erschienenen DVD keine Originaltonspur, obwohl das sogar eine restaurierte und damit verlängerte Fassung gegenüber der ursprünglichen deutschen ist): Warum in einem niederländischen Film die Namen der Hauptfiguren englisch ausgesprochen werden, weiß wohl nur der Dialogbuchautor. Eine Figur heißt gar in der Synchro plötzlich John, obwohl er im Original Jan heißt. Da die ursprünglich geschnittenen Szenen auf Niederländisch mit deutschen Untertiteln eingefügt sind, fällt das als besonders dämlich auf. Außerdem nennt die niederländische Königin ihre Landsleute immer „Mister“. WTF? Ansonsten ein unterhaltsamer Actionfilm mit einigen Längen und doch recht eindimensionalen Charakteren, wenngleich von guten Schauspielern dargestellt (allen voran natürlich Rutger Hauer). Die Gräuel des Krieges bleiben im Gegensatz zu „Black Book“ doch eher im Hintergrund, obwohl es auch hier Verräter und Überläufer gibt. Und: einer der wenigen patriotischen Filme, die ich kenne, die nicht aus den USA kommen. 4 von 6 Sternen

„Hollow Man“: Verhoevens letzter Film, bevor er in die Niederlande zurückgekehrt ist. Fängt ganz interessant an, wird zunehmend unlogischer und endet in der letzten halben Stunde in einem Action- und Gewaltspektakel, nachdem vorher nicht viel passiert ist. Ein Film mit etwas merkwürdigem Pacing, der sich nicht recht entscheiden kann, ob er ein Wissenschaftsthriller, ein Grusel- oder ein Actionfilm sein will. Funktioniert aber als Popcorn-Unterhaltung ohne Anspruch dennoch ganz gut. Von irgendeiner persönlichen Handschrift des Regisseurs ist hier allerdings überhaupt nichts zu merken. 3,5 von 6 Sternen

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s