Die Merkwürdigkeiten der deutschen Musikpresse (II)

Veröffentlicht: 2. Februar 2010 in Film, Musik, Print, Radio, TV
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Immer wieder ein Hort der Ermunterung: die Jahrescharts diverser Musikzeitschriften. Z.B. der Poll in der neuen „Intro“. Gut, dass ich bei den „Besten Songs 2009“ sowohl in den Redaktions- als auch in den Lesercharts jeweils genau einen kenne, wundert mich nicht wirklich. Auch nicht, dass das erste Album, das mich halbwegs interessiert, in der Redaktionsliste auf Platz 9 und in der Leserliste auf Platz 11 steht. Ist halt die „Intro“, da kenn ich sowieso 90 Prozent der Bands, die da besprochen werden, nicht. Bei den Lieblingskünstlern der Leser könnte man sich vielleicht noch die Frage stellen, wer um alles in der Welt denn solche Menschen wie Erlend Oye (mit Querstrich durch das O, weiß nicht, wie man das auf dem PC erzeugt) auf Platz 8 oder William Fitzsimmons auf Platz 10 sind. Kann man aber auch sein lassen.

„Stromberg“ und die „Simpsons“ sind als Spitzenreiter bei den „Besten TV-Sendungen“ wohl unvermeidbar, obwohl inzwischen selbst Hardcore-„Simpsons“-Fans meinen, die Serie hätte ihren Zenit schon lange überschritten. Auf den Plätzen 5 bis 7 folgen dann lauter langweilige Sitcoms. Gut, ist halt nicht mein Genre. Aber spätestens bei den Schauspielerlisten dachte ich dann, jetzt sind die Leser wohl jenseits von Gut und Böse angekommen: Nora Tschirner als „Beste Schauspielerin“ ist ironisch gemeint, oder? Und bei den Männern Till Schweiger auf Platz 13? Till „Ich habe nur einen Gesichtsausdruck“ Schweiger? Till „Unser Mann in Hollywood, bei dem es leider nur für zwei, drei Gastauftritte gereicht hat“ Schweiger? OMG!

Erstaunlich geschmackssicher sind die „Intro“-Leser immerhin, was Radiosendungen angeht. In den Top 10 finden sich gleich drei meiner Lieblingsshows: der Bayern2-„Zündfunk“ auf der 2, Grissemanns & Stermanns Comedy-„Show Royal“ (Radio Eins) auf Platz 6 und Klaus Walters ByteFM-Sendung „Was ist Musik?“ auf Platz 8. (Und auch wenn ich kein großer EinsLive-Fan bin, kann ich den ersten bzw. dritten Platz für „Plan B“ und „Fiehe“ zwar nicht teilen, aber zumindest nachvollziehen.)

Bei vielen Kategorien frage ich mich eh, wie man da zu Favoriten kommen soll. Ich hab z.B. letztes Jahr weder ein Konzert besucht noch bewusst ein Musikvideo wahrgenommen (doch, eins: von dem Distelmeyer, aber das fand ich jetzt nicht so toll, dass ich das wählen würde), spiele keine Computerspiele und gehe nie auf Festivals. Aber wahrscheinlich bin ich auch schon längst aus der Zielgruppe raus.

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