Whatever happened to Rutger Hauer

Veröffentlicht: 10. März 2010 in Film
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Wenn man sich seine frühen Filme anguckt, vor allem seine ersten Hollywood-Produktionen in den frühen 80ern, fragt man sich: Warum hat der den ganz großen Durchbruch eigentlich damals nicht geschafft? Das Zeug zum Weltstar hätte er ganz klar gehabt, sowohl was das schauspielerische Können angeht als auch die Ausstrahlung. Die ersten Jahre im internationelen Filmgeschäft waren dann ja auch durchaus vielversprechend: Ridley Scotts „Blade Runner“, Nicolas Roegs „Eureka“, Paul Verhoevens internationale Produktion „Flesh +  Blood“, „Ladyhawke“ mit Michelle Pfeiffer, dazu noch „Hitcher, der Highwaykiller“.

Seine Rolle als durchgeknallter Android in „Blade Runner“ ist sowieso legendär. Aber auch in „Eureka“ (einem völlig abgedrehten, aber ziemlich guten Film, der vor allem von den schauspielerischen Leistungen Hauers und Theresa Russels lebt) hat er eine unglaubliche Präsenz: diese durchdringenden stahlblauen Augen, diese fast brutal wirkende Virilität (vom Typus her ist es eh erstaunlich, dass er in Hollywood nicht ständig Nazis spielen musste, so sehr entspricht sein Äußeres dem „Idealbild“ vom Arier). Ein Mann, dem die Frauen verfallen, dem man aber nie ganz trauen kann, weil sich hinter seinem makellosen Gesicht immer irgendwelche Abgründe zu verstecken scheinen.

Mitte der 80er ging es dann mit seiner Karriere schon stark bergab, danach spielte er meistens nur noch große Rollen in TV- und B-Filmen und ganz selten mal kleine Rollen in gr0ßen Filmen, z.B. in „Batman Begins“ oder „Sin City“. Vielleicht lag es tatsächlich daran, dass die großen Filme, die teuren Produktionen, in denen er Anfang, Mitte der 80er große Rollen spielte, überwiegend grandios gefloppt sind. Sowohl „Blade Runner“ als auch „Eureka“ und „Flesh + Blood“ waren ja (zunächst) kommerzielle Misserfolge. Wobei zumindest Scotts SF-Film ja schon wenige Jahre später zum Kultfilm und modernen Klassiker wurde.

Heute ist Hauer 66, dreht weiterhin jedes Jahr vier bis fünf Filme, von denen man selten jemals etwas hört, und ist international eigentlich nur noch wegen seiner Replikantenrolle in „Blade Runner“ in Erinnerung geblieben – und in den Niederlanden sowie bei Leuten, die sich stärker für europäische Filmgeschichte interessieren, natürlich auch für seine Rollen in den frühen Paul Verhoeven-Filmen, vor allem „Türkische Früchte“. Aber 1982, 83 war Rutger Hauer eines der größten Versprechen, das das internationale Mainstreamkino zu geben hatte.

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