Bratwurstjournalismus at its best

Veröffentlicht: 25. März 2010 in Print
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Ein schönes Beispiel dafür, dass der Tenor, der im Großteil des deutschen Lokaljournalismus vorherrscht, an den wahren Interessen des überwiegenden Teils seiner Zielgruppe vorbei geht, liefert diese Woche der „Düsseldorfer Anzeiger“, eines jener Anzeigenblätter, die jede Woche unsere Briefkästen verstopfen kostenlos in unsere Häuser geliefert werden. In einem völlig unkritischen Artikel wird der neu eröffnete Baumarkt im ebenfalls neuen Einkaufscenter B8 in Flingern abgefeiert. Kritische Stimmen? Nee, wieso, die schalten doch eh keine Werbung bei uns?

Was soll es für den Leser für einen Erkenntnisgewinn bringen, dass der Projektleiter eines Unternehmens, das ein Einkausfscenter verpachtet, den Standort dieses Centers für ideal hält? Muss der Mann ja sagen, oder soll er vielleicht in den Block zitieren: „Wir haben halt kein besseres Grundstück gefunden, das bezahlbar gewesen wäre, da mussten wir halt unser Center hier hin bauen.“?

„Das ist ein Meilenstein in der Entwicklung von Flingern“, wird er stattdessen zitiert. Aber wer ist wohl hier mit Flingern gemeint? Die Anwohner, die sich über mehr Verkehr, mehr Lärm und schlechtere Luft freuen können? Die Einzelhändler auf den traditionellen Einkaufsstraßen in der Umgebung, die von dem Kundenstrom zu Praktiker und Saturn vermutlich gar nichts abbekommen?

Ach, wie ich diesen unkritischen, anzeigenkundenfreundlichen „Friede, Freude, Eierkuchen“-Lokaljournalismus liebe…

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