Der Niedergang der Stadtmagazine und die taz als Killerin linker Zeitungen

Veröffentlicht: 22. April 2010 in Lesetipp, Print
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Zugegeben, diese Woche ist das Blog sehr taz-lastig. Das könnte daran liegen, dass die taz, seit sie von ihren jungen Unterprivilegierten gemacht wird, (wieder) richtig lesenswert ist. Gestern gab es einen interessanten Artikel über den Niedergang der einst linken Stadtmagazine, die heute überwiegend entweder angepasste Mainstreamblätter geworden oder bereits eingestellt sind (wobei oft auch ersteres dem letzteren voran ging, wie etwa bei „Marabo“ im Ruhrgebiet und dem „Überblick“ in Düsseldorf). René Martens schreibt dazu:

„Der Niedergang der Stadtmagazine – zwar nicht nur, aber auch bedingt dadurch, dass man unter finanziellem Druck Kernkompetenzen aufgegeben hat – wirkt aus heutiger Sicht wie ein Vorbote des Qualitätsverlusts bei etablierten Zeitschriften und Zeitungen in den Nullerjahren.“

Einen Großteil der Schuld gibt Martens übrigens dem „Prinz“ (oberflächlich) und dem „Coolibri“ (kostenlos).

Außerdem schrieb Helmut Höge darüber, dass die taz als bundesweites Projekt im Grunde die meisten linken Zeitungen in den Städten und Regionen kaputt gemacht hat. Was doppelt schade sei, da von dem eigenen linken Anspruch auch nicht mehr viel übrig sei.

„Im übrigen war die taz  kurzzeitig auch mal ein “Sprachrohr” der Pädophilen und sammelte “Waffen für El Salvador”-Spenden  – beides gilt heute als schwer verwerflich, auch in der taz.“

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Kommentare
  1. T. sagt:

    In Düsseldorf gibts zum Glück immer noch die TERZ!

    „TERZ ist die autonome Stattzeitung für Politik und Kultur in Düsseldorf und Umgebung.
    Sie erscheint auf realmanifestiertem Papier zum Ersten eines Monats und wird kostenlos verteilt.“
    …und das schon seit Jahren!

    • Medienjunkie sagt:

      Ja, kenn ich natürlich. Ist auch meistens ganz interessant, da die Stadtpolitik mal aus einer Gegenperspektive geschildert zu bekommen. Manchmal ist mir die Haltung der TERZ aber genauso einseitig wie die der RP – nur eben mit der genau entgegengesetzten politischen Einstellung. Die Themen sind aber meistens tatsächlich interessanter als die im Lokalteil der RP (oder NRZ).

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