Archiv für Juni, 2010

Sesamstraat!

Veröffentlicht: 9. Juni 2010 in Online, TV
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Ein wahres Kuriositätenkabinett ist die Webseite der (US-)Sesamstraße, wo man sich unzählige alte und ganz alte Videos aus der Show angucken kann. Wer hätte gedacht, dass nicht nur Johnny Cash und Billy Joel da aufgetreten sind, sondern auch C-3Po und R2d2? Noch interessanter ist aber die internationale Sektion auf sesameworkshop.org, der NGO, die hinter der Sesamstraße steckt. Da kann man sich nämlich über die internationalen Versionen der Reihe informieren (in Südafrika gibt es sogar einen HIV-positiven Muppet) – und die jeweiligen Vorspänne angucken.  Mein Favorit ist klar die Titelmelodie aus Palästina, obwohl die der niederländischen Sesamstraat natürlich auch ein Klassiker ist. Während mich die israelische irgendwie an die der Fraggles erinnert. Fehlt nur noch, dass die „Bohr dir doch ein Loch ins Knie“ singen. (Vielleicht tun die das ja, ich kann kein Hebräisch.)

(mit Dank an Prospero)

… könnte man in Abwandlung des alten Nina Hagen-Songs bald sagen, wenn man mit Hilfe der Augmented Reality-Technik nicht nur Orte und Sehenswürdigkeiten durchleuchten können wird, sondern auch fremde Menschen auf der Straße. Einen kurzen Überblick über aktuelle und zukünftige Anwendungen, Risiken und Nebenwirkungen findet ihr in meinem neuesten epd-Artikel.

Der „Erfolg“ der Jobcenter und ARGEN

Veröffentlicht: 6. Juni 2010 in Lesetipp
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Wieder mal ein „Freitag“-Artikel über eine Tatsache, die überall anders unter den Tisch gekehrt wird.

Unglaublich, wen die CDU in den letzten Tagen als „respektable Persönlichkeiten“ für das Amt des/der Bundespräsidente ins Spiel bringen. Ist diese Partei mittlerweile tatsächlich so abgehalftert, dass in ihr Halbkriminelle wie Roland Koch, Überwachungsfanatiker wie Wolfgang Schäuble und Zensurbefürworterinnen wie Uschi von der Leyen als Idealbesetzungen für das höchste Staatsamt gelten?

Schön auch diese taktischen Spielchen à la „Rüttgers steht einer großen Koalition in NRW im Weg, also machen wir von der Leyen zur Präsidentin, dann kann Onkel Jürgen Arbeitsminister werden und in Düsseldorf kann die CDU weiter regieren.“ Da wird nicht mal mehr der Anschein gewahrt, dass es darum gehen könnte, den jeweils besten Kandidaten für die verschiedenen Ämter zu finden. Frei nach dem Motto: Ach was, Kompetenz braucht man als Minister oder Präsident doch eh nicht, das kann praktisch jeder machen, der sich um die Partei verdient gemacht hat. Wenn die Union irgendwas von ihrem eigenen Geschwafel von wegen „überparteiliches Amt“, „PräsidentIn aller Deutschen“ etc. ernst meinen würde, müsste sie entweder Geißler, Töpfer oder vielleicht noch Süssmuth nominieren. Aber genau das wird natürlich nicht passieren.

Spaß mit Powerpoint

Veröffentlicht: 1. Juni 2010 in Aus der Praxis
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Hier ein Artikel von mir über die sehr unterhaltsame Abendunterhaltungsform Pecha Kucha und die verwandten Nerd Nites.

Deutschland sucht den Superhorst

Veröffentlicht: 1. Juni 2010 in Politik
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Irgendwie entwickelt sich unser Land immer mehr zur Bananenrepublik. Jetzt werfen schon Staatsoberhäupter ihr Amt einfach hin, weil die anderen Kinder im Sandkasten sie mit Sand beworfen haben. „Die waren böse zu mir und haben mich total falsch verstanden, ich spiel da nicht mehr mit, bäh!“ Dabei gibt es bezüglich Köhlers merkwürdig direkter Äußerung zu Afghanistan nur zwei Möglichkeiten: Entweder er hat das wirklich ganz anders gemeint, war aber nicht in der Lage, seine Position so zu formulieren, dass man sie nicht genau entgegengesetzt versteht – oder er hat das genau so gemeint, wie er es gesagt hat, und damit ein Kriegsziel formuliert, das in keiner Weise mit dem Grundgesetz vereinbar ist. In beiden Fällen hat er sich als völlig ungeeignet für das Amt des Bundespräsidenten erwiesen und somit hat er unserem Land mit seinem Rücktritt tatsächlich endlich den Dienst erwiesen, von dem er dauernd geschwafelt hat.

Erstaunlich ist nur, dass er nicht etwa zurücktritt, weil er seinen politischen Fehler einsieht, der eigentlich untragbar war, sondern weil die bösen Medien und die noch bösere Opposition es gewagt haben, ihn für seine verfassungsfeindlichen Äußerungen zu kritisieren. Einen höheren Grad an Realitätsverlust habe ich noch bei keinem Spitzenpolitiker gesehen. Kaum ist der eine Grußhorst weg, werden schon die nächsten Horrorkandidaten ins Spiel gebracht: Schäuble, Rüttgers, Koch. Warum nimmt man nicht gleich Karsten Speck oder Wolfgang Lippert? Die sind auch vorbestraft, sehen aber wenigstens besser aus als Roland Koch. Kachelmann ist ja leider Schweizer, der braucht doch bestimmt jetzt auch ’nen neuen Job.

Mein Vorschlag: Deutschland sollte dem Commonwealth beitreten, damit wir uns diese lächerlichen Grußhorst-Wahlen ersparen können und die Queen als Staatsoberhaupt bekommen.