Archiv für 17. Juli 2010

Das Blockbusterkino ist am Ende

Veröffentlicht: 17. Juli 2010 in Film
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Die Aussage ist nicht von mir, sondern von einem Kritiker, der im neuen „Musikexpress“ das zweifelhafte Vergnügen hatte, über den „A-Team“-Film zu schreiben. Was er dann aber für eine kurze, jedoch sehr treffende Abrechnung mit dem aktuellen Hollywood-Mainstreamkino genutzt hat (die sich natürlich, wie bei Springers Musikmagazinen üblich, nicht online findet). Und natürlich trifft er den Nagel auf den Kopf: Das Blockbusterkino hat sich ins inhaltliche Aus katapultiert, genauso wie es das Studiokino in den 70er getan hatte, bevor es von New Hollywood weggefegt wurde, also von Regisseuren wie Scorsese, Coppola und ironischerweise auch George Lucas und Steven Spielberg, die damit gleichzeitig den Grundstein legten für das Eventkino, das heute so blutleer ist, das man manchmal schon nicht mehr weiß, ob man einen Film guckt oder ein Computerspiel. Und ja, natürlich sind (bessere) amerikanische Fernsehserien 95 Prozent der aktuellen Hollywood-Filme sowas von voraus…

Erstaunlicherweise gibt es aber immer noch genügend Nerds, die jedesmal von Neuem auf die megalomanischen Ankündigungen der Hollywood-Majors reinfallen, die auch jetzt aktuell wieder hoffen, dass „A-Team“ eine richtig coole und superlustige Actionkomödie wird. Dass es nur darum geht, aus einer aus heutiger Sicht auch schon ziemlich schlechten Kultserie, die aber noch eine genügend große Fanbasis hat, ein bisschen Kapital raus zu pressen, scheint wohl doch noch nicht für alle offensichtlich genug zu sein. Ich meine: Man nimmt vier neue Schauspieler, zieht die genauso an wie die Serienhauptdarsteller in den 80ern und hält das dann für einen innovativen Film? Sinn hätte so ein Film im Grunde nur halbwegs gemacht, wenn man die Originalschauspieler (bis auf Hannibal, der ist ja tot) verpflichtet hätte und ein Drehbuch geschrieben hätte, in dem die gealterten Figuren versuchen, mit der verstrichenen Zeit klar zu kommen. Oder man modernisiert das Ganze so, wie es Michael Mann mit „Miami Vice“ gemacht hat, aber das wird dann komischerweise ein Flop.

Was war eigentlich das letzte, originär von Hollywood hervorgebrachte Franchise, das funktioniert hat (und nicht auf einer alten Serie, einem alten Film, einem Comic, einem Buch, einem Videospiel oder einem Freizeitpark-Fahrgeschäft basierte)? Indiana Jones? Liebe Produzenten, packt ein und überlasst euer Geschäft bitte Leuten, die wirklich etwas davon verstehen. Bei HBO, Showtime, AMC oder selbst NBC müssten davon eigentlich genügend rumlaufen.

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Laut Jugendamt müssen, ob nun trennungsbedingt oder einfach durch die erhöhten Mietpreise, immer mehr Familien ihre Wohnungen im beliebten Stadtteil Prenzlauer Berg aufgeben und an den Stadtrand ziehen, wo die Mieten noch günstiger sind und der Bäcker noch „Bäcker“ und nicht „Kuchenmanufaktur“ heißt.

Eine Runde Mitleid! Diejenigen, die um jeden Preis da wohnen bleiben wollen, sind eh selbst schuld, wenn sie sich nichts mehr leisten kann, weil man darauf beharrt, in einem Stadtteil wohnen zu bleiben, wo die Mieten viel teurer sind als im überwiegenden Rest der Stadt. Man könnte seine Kinder ja auch in Kreuzberg oder Neukölln zur Schule schicken, aber das will man natürlich nicht, da könnten ja Türken in der Klasse sein.