Das Wirtschaftsmagazin für Leute, die sich nicht für Wirtschaft interessieren

Veröffentlicht: 3. September 2010 in Lesetipp, Print
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Als solches hatte ich „brand eins“ schon länger in Verdacht. Letzten Monat hat sich das insofern bestätigt, als ich mir das Magazin zum ersten Mal selbst gekauft habe. Wobei das jetzt nicht heißen soll, dass Menschen, die sich für Wirtschaft interessieren, mit der Zeitschrift nichts anfangen können. Aber alle anderen, die wie ich um „Handelsblatt“, „Wirtschaftswoche“ und „Capital“ einen großen Bogen machen und den Wirtschaftsteil der Tageszeitung auch meist schnell überblättern, finden in „brand eins“ auch einfach interessante, gut geschriebene und toll illustrierte Geschichten abseits trockener Unternehmensberichterstattung und langweiliger Börsenanalyse. Lesegeschichten nennt man das in den Redaktionen (mal wieder so ein bescheuerter Journalisten-Fachbegriff, als solle man alle anderen Artikel nicht lesen): lange, locker geschriebene Hintergrundartikel abseits der Tages- oder Monatsaktualität.

Tierisch gut: brand eins im August

Letzten Monat gab es das Schwerpunktthema „Tierisch“ und schon das Covermotiv war herrlich. Ich hab wohl tatsächlich mehr als vier Stunden in dem Heft gelesen. Es gab durchaus Unternehmensporträts, aber welche von ungewöhnlichen Unternehmen wie dem Vogelpark Walsrode, Reportagen, wie sie auch in „DUMMY“ stehen könnten, z.B. über Pferdediebstahl, und gut recherchierte Hintergrundstücke über die Fleischindustrie in China und die Schweinemast in Mecklenburg. Und herrlich lustige Fotos von allerlei Tieren. Also alles das, was ich in einem Wirtschaftsmagazin normalerweise überhaupt nicht erwarte. Meine Lieblingsgeschichte war aber der Erfahrungsbericht von Andreas Molitor, der zum Hundebesitzer wurde:

Wir würden ein paar Trainingsstunden mitmachen, zehn oder vielleicht auch zwanzig, als Gäste, aber auf keinen Fall in den Verein eintreten. Wir waren nicht auf der Suche nach neuen Bekannten, erst recht nicht nach Vereinskameradie. Vorstand, Schriftführer, Kassierer, Jahreshauptversammlung, Anträge zur Geschäftsordnung – grausam all dies. „Die hören bestimmt Wolfgang Petry“, sagten wir uns. Seit Anfang des Jahres bin ich Mitglied im Hundesportverein Gatow-Kladow e. V. Ich bin jetzt der Sportskamerad Molitor. Ich hätte nie geglaubt, dass mich mal jemand ungestraft so anreden darf.

Alle Geschichten kann man jetzt auch online lesen, aber man sollte trotzdem die 7 Euro 60 für ein Printexemplar investieren, da das Lesen bei so einem gut gemachten Magazin natürlich viel mehr Spaß macht als online.

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