Archiv für 22. Oktober 2010

„Retrotrend“ ist auch schon selbst Geschichte

Veröffentlicht: 22. Oktober 2010 in Print
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Schade eigentlich: So viele LeserInnen scheint es dann doch nicht zu geben, die sich für die Trends von vorgestern interessieren. Das Magazin „Retrotrend“ wurde bereits nach der zweiten Ausgabe wieder eingestellt, die ursprünglich auf Oktober verschobene dritte Nummer erscheint nicht mehr. Dabei klangen die angekündigten Themen bisher am interessantesten: der TEE und der C64.

In der aktuellen „Retro“ gibt es übrigens das Titelthema „Sex Games“. Man glaubt es kaum, aber so was gab es tatsächlich schon auf dem C64 (und sogar auf dem Atari 2600). Knaller wie „Samantha Fox Strip Poker“ sind damals aber leider an mir vorbei gegangen.

Das SZ-Magazin und die Kinder vom Prenzlauer Berg

Veröffentlicht: 22. Oktober 2010 in Print
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In der Blogosphäre wird öfter mal darüber geklagt, wie belanglos und schlecht doch die (einstigen) Vorzeigebeilagen von Süddeutscher und „Zeit“ geworden seien: die Magazine. Nur noch versteckte PR für Mode und andere Luxusprodukte, kaum noch gesellschaftliche Relevanz. Ich konnte das noch nie so recht nachvollziehen, denn wenn mir ein SZ- oder Zeit-Magazin in die Hände fiel – wegen ersterem habe ich mir ja sogar bis vor etwa 1 1/2 Jahren fast jeden Freitag die SZ gekauft-, war es meistens recht bis sehr interessant.

Heute habe ich nach längerer Pause nun zum zweiten Mal in 14 Tagen eine Freitags-SZ gekauft und beide Male war ich vom Magazin begeistert. Ich weiß nicht, ob das eine Konzeptänderung ist oder nur Zufall (früher waren die Magazine eigentlich nur in der Vorweihnachtszeit dicker als sonst, wegen dem höheren Anzeigenvolumen): die Magazine sind wesentlich dicker als früher und voller interessanter Themen. Als Beispiel verlinke ich hier mal eine aufschlussreiche Gegenüberstellung der Lebenswelten zweier 9-jähriger Mädchen, die in zwei benachbarten und doch sehr unterschiedlichen Berliner Bezirken aufwachsen: im Prenzlauer Berg und im Wedding. Und wer danach immer noch meint, das SZ-Magazin sei gesellschaftlich irrelevant, hat wohl schon lange keines mehr in der Hand gehabt.