„Xanadu“: arte macht auf HBO

Veröffentlicht: 7. Mai 2011 in Online, TV
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Die Ausgangssituation der neuen arte-Serie „Xanadu“ könnte auch von einer HBO- oder AMC-Serie stammen: Im Mittelpunkt der acht Folgen steht ein Familienunternehmen in der Pornobranche. Im Gegensatz zu HBO gibt es aber nicht nur tits and asses en masse zu sehen, sondern gleich in der ersten Folge auch mehrfach einen nackten Schwanz, in un- bis halberigiertem Zustand. Und die Schlussszene ist dermaßen brutal, wie ich es von amerikanischen Pay-TV-Serien auch nicht kenne: Ein Fan einer verstorbenen Pornodarstellerin läuft in einer Ausstellungseröffnung mit Fotos seines „Stars“Amok und knallt wahllos Menschen nieder. Darunter auch eine der Hauptfiguren der Serie. Danach schießt er sich dann selbst das Gehirn weg, was auch zu sehen ist. Eins muss man arte lassen: An Mut fehlt es da nicht.

Inhaltlich war die erste Folge recht viel versprechend, auch wenn das Produktionsniveau  (natürlich) nicht mit US-Serien mithalten kann. (Ich glaub, das ist die erste französiche Serie, die ich seit 25 Jahren gesehen habe.) Die weiteren Folgen laufen immer samstags nach 23 Uhr im Doppelpack. Wenn die arte-Mediathek nicht so grottig wäre, könnte man sie sich danach auch noch sieben Tage legal online angucken. Zumindest auf meinem neuen Flachbildmonitor flackert das Bild aber ganz schön, und der Versuch, die zweite Folge anzugucken, scheiterte an endlosen Ladezeiten. Abgesehen davon, dass die Folgen nur zwischen 23 und 5 Uhr abzurufen sind. Ok, Jugendschutz, ist klar. Ich find’s trotzdem absurd, dass man mittags ohne irgendwelche Altersnachweise Hardcoreporno-Videos auf den einschlägigen Internetseiten ansehen kann, aber eine anspruchsvolle, vom öffentlich-rechtlichen TV produzierte Serie, in der es ab und zu mal nackte Menschen zu sehen gibt, erst ab 23 Uhr. Müsste das Jugendschutzgesetz nicht für alle Anbieter gleichermaßen gelten?

Kommentare
  1. Olsen sagt:

    Gerade lese ich, dass Konstantin Gropper (Get Well Soon) die Musik für diese Serie geschrieben hat. Hast du vermutlich beim Schreiben des Artikels auch nicht gewusst, oder?

  2. Medienjunkie sagt:

    Get Well Soon wurden in den Anfangscredits unter „Musik“ genannt. Ich kenne allerdings sonst nichts von dieser Gruppe.

  3. Olsen sagt:

    Könnte vielleicht was für dich sein. Ist jedenfalls in der deutschen Indieszene eine bekannte Größe inzwischen, ich versteh gar nicht, dass Arte da ein bisschen mit wirbt.

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