Archiv für 8. Mai 2011

Der Stürmer von Springer

Veröffentlicht: 8. Mai 2011 in Politik, Print, TV
Schlagwörter:, ,

Schön, dass man beim Springer Verlag die rechten Hunde schon am Namen erkennen kann. So lange man da Redakteure mit solchen Meinungen beschäftigt, wie sie Michael Stürmer von der „Welt“ heute im „Presseclub“ zur Liquidierung Osamas losgelassen hat, fragt man sich allerdings schon, ob der Verfassungsschutz statt der Linkspartei nicht lieber die „Welt“-Redaktion beobachten sollte. Wie man denn überhaupt darüber diskutieren könne, ob es gut sei, dass die Amis Osama abgeknallt haben. Das sei ein typisch deutsches Verhalten. Zitat: „Impotenz bringt eben auch erhöhte Sensibilität mit sich.“ Ich denke mal, das war auf die internationale Macht Deutschlands bezogen, nicht auf Herrn Stürmer selbst.

Wenn das übrigens so weiter geht, dass die „Tagesschau“ es für eine der wichtigsten Nachrichten des Tages hält, dass ein Kirchenoberhaupt eine Messe abgehalten hat, denke ich weiterhin darüber nach, ein „Tagesschau“-Watchblog zu starten. Das hat ungefähr so viel Informationswert wie die Nachricht, dass viele deutsche Bäcker heute Nacht Brötchen gebacken haben.

Werbeanzeigen

Ein neuer Name für Düsseldorf

Veröffentlicht: 8. Mai 2011 in Allgemeines
Schlagwörter:, ,

Die altehrwürdige Philipshalle, der traurige Betonklotz in Düsseldorf-Oberbilk mit der schlechten Akustik, wo meistens längst verglühte Sternchen wie Chris de Burgh oder Michael Bolton auftreten, heißt ab sofort Mitsubishi Electric Halle. Ich vermute, die Hälfte der Bevölkerung kann das nicht korrekt aussprechen, die andere Hälfte ebensowenig wie die erste richtig schreiben. Das Arbeitsamt heißt ja schon seit Jahren Agentur, jetzt braucht man endlich keinen angesagten Job in ’ner Werbe- oder Mediaagentur mehr zu haben, um sagen zu können: „Isch muss morjen früh in die Ajentur.“ Das Rheinstadion heißt jetzt LTU… ach, nee, das stimmt ja auch schon nicht mehr. Düsseldorf wird glaube ich auch bald endlich umbenannt.

Höchste Zeit wird’s, denn unsere Nachbarstädte haben sich ja schon seit Ewigkeiten über den Namen lustig gemacht (sogar welche aus Wuppertal, und das sagt bei dem Städtenamen schon alles). Auch wenn unser verehrter verstorbener Ex-OB Erwin immer meinte, im Ausland käme der Name total gut an, weil die „dots above the u so fancy“ wären. Dusseldorf ist trotzdem irgendwie kein hipper Name für eine der Metropolen Europas. Am Dienstag, pünktlich zum ersten Halbfinale in der LTU… äh, ich meine natürlich in der Esprit-Arena, wird unsere Stadt deshalb umbenannt. In ESC-Stadt. Das gaben OB Elbers und der NDR-ESC-Beauftragte heute in einer Pressekonferenz offiziell bekannt. Das sei zwar auch nicht schöner als Karl-Marx-Stadt, liesse sich aber international zumindest besser aussprechen.