Mit ‘Die Zeit’ getaggte Beiträge

„Denn wenn es einen Weg gibt für sie [die Verlage] zu überleben, jetzt, da ihre Veröffentlichungsmonopole der Vergangenheit angehören, dann liegt er darin, Lesern etwas zu bieten, was diese woanders nicht bekommen können, oder zumindest nicht so gut. Döpfner nennt es Führung, andere nennen es schlicht Mehrwert. Und damit meine ich keine Klickstrecken aus Tittenbildern. Sondern fesselnde Reportagen, Analysen, die die Augen öffnen, Recherchen, die zutage fördern, was mancher gerne verbergen würde.
Wie sie das schaffen wollen mit Mitarbeitern, denen sie bei jeder sich bietenden Gelegenheit ihre Verachtung zeigen, ist mir zumindest nicht ganz klar.
Vor allem aber sollten sich die Verlage nicht zu sehr in Sicherheit wiegen.“

Matthias Spielkamp mit einem sehr treffenden Vortrag über die Ausbeutung freier Journalisten durch die deutschen Zeitungs- und Zeitschriftenverlage (und teilweise Rundfunksender). Der neue Rahmenvertrag der „Zeit“ wäre übrigens wirklich lustig, wenn er nicht so traurig wäre: Mit ihrer Unterschrift treten freie Mitarbeiter auch noch gleich die Rechte an ihren Artikeln ab, die sie in der Vergangenheit (!) für die Wochenzeitung geschrieben haben.

(via)

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Lesetipp zur Zeitungskrise

Veröffentlicht: 15. Dezember 2009 in Lesetipp, Print
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„Vier Redakteure produzieren hier in Anklam vier Lokalausgaben und sind manchmal 100 Kilometer für einen Termin unterwegs: von Anklam bis Usedom, von Pasewalk bis Ueckermünde. Wenn mal einer krank wird, wissen sie nicht, wie sie die Seiten füllen sollen. Eine Wirtschaftsseite haben sie schon lange nicht mehr – zu aufwendig zu recherchieren, sagt Zarnekow, zu teuer. Dafür haben sie jetzt eine Babyseite, auf der sie Fotos von den Neugeborenen in der Umgebung drucken.

Sie betreuen nebenher das Lesertelefon, die Abonnenten, das Gewinnspiel. Seitdem der neue Geschäftsführer da ist, heißen sie in Hausmitteilungen nicht mehr Redakteure, sondern Content-Manager.“

Ein lesenswertes Dossier der „Zeit“ über die Krise des (Print-)Journalismus in Deutschland. (Das Beispiel oben dreht sich um den „Nordkurier“, eine Lokalzeitung, die in letzter Zeit vor allem damit von sich reden macht, dass sie Abmahnungen an Blogger verschickt.)

Lesetipp: Schlingensief als Fitzcarraldo

Veröffentlicht: 10. Juli 2009 in Lesetipp
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Was hat man plötzlich für Wünsche, wenn der Arzt einem sagt, man hätte vielleicht nur noch fünf Jahre zu leben? Einen Baum pflanzen, ein Kind zeugen, ein (Opern-)Haus bauen. Schon etwas älter, aber diese Woche erst entdeckt: ein lesenswertes „Zeit“-Dossier über die Reise des krebskranken Christoph Schlingensief, der mitten in Afrika ein Opernhaus bauen will wie weiland Klaus Kinski in Werner Herzogs Film.