Mit ‘Else Buschheuer’ getaggte Beiträge

Die SZ widmet heute ein ganzes Magazin nur der Frage „Wozu Zeitung?“. Eine Reihe teils illustrer Autoren widmet sich von A bis Z Themen wie Blogs, Google, Online-Journalismus und anderen Aspekten der Zukunft des Journalismus. Dabei kommen auch einige meiner Lieblingsautoren zu Wort: Maxim Biller darf mal wieder hemmungslos (über Meinungsmainstream und schweigende ethnische Minderheiten) schimpfen, Peter Glaser erklärt die Bedeutung von RSS-Feeds und Else Buschheuer sowie Peter Praschl schreiben über die Frage, inwieweit sich weiblicher und männlicher Journalismus unterscheiden. Außerdem bestellte die Redaktion bei einer indischen Agentur einen Text über Michelle Obamas Europa-Besuch. Eine sehr lesenswerte Ausgabe. (Alle Texte sind auch online zu finden.)

Dass einige den Medienwandel besser verstanden haben als andere, zeigen zwei Zitate aus dem Heft: John Yemma, Redaktionsleiter des „Christian Science Monitor“, der seit März nur noch sonntags mit einer gedruckten Ausgabe erscheint, findet:

Printjournalismus macht einfach keinen Sinn: Da werden Bäume gefällt, fässerweise Farbe durchs Land gefahren, Zeitungen gedruckt, die tags darauf im Altpapier landen.“

SZ-Autor Willi Winkler versteigt sich hingegen in ein völlig verbohrtes Abfeiern der gedruckten Zeitung und verteidigt dabei vor allem auch das Überformat der „Zeit“ mit abstrusen Argumenten:

„Selbst wenn die Größe manchen davon abhält, sie im öffentlichen Nahverkehr auszubreiten, welches Glücksgefühl kann allein dieses majestätische Format spenden!“

In den USA scheinen die meisten Journalisten in ihrer Wirklichkeitsanalyse doch schon weiter zu sein als viele ihrer deutschen Kollegen.

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Crisis. What crisis?

Veröffentlicht: 11. Februar 2009 in Allgemeines, Journalismus
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Erst war es eine Immobilien-, dann eine Finanz- und seit Neuestem ist es schon eine Weltwirtschaftskrise. Else Buschheuer hat neulich in ihrem Tagebuch darüber sinniert, an was wir uns wohl erinnern werden, wenn wir in vielen Jahren gefragt werden, wie es denn war, während der Wirtschaftskrise gelebt zu haben. Bisher merke ich persönlich nichts von irgendwelchen Auswirkungen: Geld hatte ich auch vorher zu wenig und der journalistische Arbeitsmarkt schien mir ebenfalls schon seit längerem am Boden. Die Waren in den Regalen werden eher billiger als teurer. Wenn ich nicht täglich etwas über die WAZ oder Schaeffler lesen würde, würde ich von einer Krise nichts bemerken. Vielleicht sollte ich dennoch anfangen, eher im klassischen Tagebuchstil früherer Tage zu bloggen. So dass ich dann, wenn mich in 20 Jahren jemand fragt, auf das Blog verweisen kann, wo sich dann alte Einträge finden wie etwa „Heute Morgen waren die Brotpreise auf 3000 Euro gestiegen. Abends leichte Magenverstimmung. Früh zu Bett.“

Passend zur Krise hier noch ein kleines Schmankerl, nicht nur für alle diejenigen, welche die DDR schon immer für das überlegene System gehalten haben: