Mit ‘Musikexpress’ getaggte Beiträge

1955 wurde der Musikexpress als „Muziek Expres“ in Den Haag gegründet, um Konzertveranstaltungen des holländischen Veranstalters Paul Acket zu bewerben… 1969 bezog eine deutsche Redaktion Büros in Köln und veröffentlichte seit August 1969 eine eigenständige deutschsprachige Version, die sich aus einem der holländischen Druckversion zuvor beigelegten deutschen Textblatt entwickelt hatte. (aus der Wikipedia)

Da habe ich vor 21 Jahren meinen ersten „Musikexpress“ gekauft und nie gewusst, dass er aus einer niederländischen Zeitschrift hervorgegangen ist – die es 1969 wohl einige Monate lang hierzulande mit deutschem Textblatt in der Mitte zu kaufen gab (das kann man sich heute im Zeitalter der Informationsflut auch nicht mehr vorstellen). Mehr zur wechselhaften Geschichte des „Musikexpress“ bzw. „Musikexpress/Sounds“ bzw. des „Muziek Expres“ gibt es im Forum.

Das Blockbusterkino ist am Ende

Veröffentlicht: 17. Juli 2010 in Film
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Die Aussage ist nicht von mir, sondern von einem Kritiker, der im neuen „Musikexpress“ das zweifelhafte Vergnügen hatte, über den „A-Team“-Film zu schreiben. Was er dann aber für eine kurze, jedoch sehr treffende Abrechnung mit dem aktuellen Hollywood-Mainstreamkino genutzt hat (die sich natürlich, wie bei Springers Musikmagazinen üblich, nicht online findet). Und natürlich trifft er den Nagel auf den Kopf: Das Blockbusterkino hat sich ins inhaltliche Aus katapultiert, genauso wie es das Studiokino in den 70er getan hatte, bevor es von New Hollywood weggefegt wurde, also von Regisseuren wie Scorsese, Coppola und ironischerweise auch George Lucas und Steven Spielberg, die damit gleichzeitig den Grundstein legten für das Eventkino, das heute so blutleer ist, das man manchmal schon nicht mehr weiß, ob man einen Film guckt oder ein Computerspiel. Und ja, natürlich sind (bessere) amerikanische Fernsehserien 95 Prozent der aktuellen Hollywood-Filme sowas von voraus…

Erstaunlicherweise gibt es aber immer noch genügend Nerds, die jedesmal von Neuem auf die megalomanischen Ankündigungen der Hollywood-Majors reinfallen, die auch jetzt aktuell wieder hoffen, dass „A-Team“ eine richtig coole und superlustige Actionkomödie wird. Dass es nur darum geht, aus einer aus heutiger Sicht auch schon ziemlich schlechten Kultserie, die aber noch eine genügend große Fanbasis hat, ein bisschen Kapital raus zu pressen, scheint wohl doch noch nicht für alle offensichtlich genug zu sein. Ich meine: Man nimmt vier neue Schauspieler, zieht die genauso an wie die Serienhauptdarsteller in den 80ern und hält das dann für einen innovativen Film? Sinn hätte so ein Film im Grunde nur halbwegs gemacht, wenn man die Originalschauspieler (bis auf Hannibal, der ist ja tot) verpflichtet hätte und ein Drehbuch geschrieben hätte, in dem die gealterten Figuren versuchen, mit der verstrichenen Zeit klar zu kommen. Oder man modernisiert das Ganze so, wie es Michael Mann mit „Miami Vice“ gemacht hat, aber das wird dann komischerweise ein Flop.

Was war eigentlich das letzte, originär von Hollywood hervorgebrachte Franchise, das funktioniert hat (und nicht auf einer alten Serie, einem alten Film, einem Comic, einem Buch, einem Videospiel oder einem Freizeitpark-Fahrgeschäft basierte)? Indiana Jones? Liebe Produzenten, packt ein und überlasst euer Geschäft bitte Leuten, die wirklich etwas davon verstehen. Bei HBO, Showtime, AMC oder selbst NBC müssten davon eigentlich genügend rumlaufen.

Ausgerechnet Ulf Poschardt soll zum Jahreswechsel Herausgeber der Springer-Musikzeitschriften „Rolling Stone“, „Musikexpress“ und „Metal Hammer“ werden, meldet die taz. Poschardt, Godfather der neoliberalen Gehirnverkleisterung, der als Chefredakteur des SZ-Magazins über Tom Kummers gefälschte Promi-Interviews stolperte, als Gründungschefredakteur die Totgeburt der deutschen „Vanity Fair“-Version maßgeblich zu verantworten hatte, wo er in seinen Editorials die „Mover und Shaker“ der Republik ansprechen wollte, die wahrscheinlich in ihrer Gesamtheit ins Berliner „Borchardt“ passen würden, und der seitdem wieder unglaublich reaktionäre Kommentare in der „Welt am Sonntag“ schreiben darf. Nun darf der selbst ernannte Popjournalist (der ja immerhin über „DJ Culture“ promoviert hat) also bald u.a. beim „Rolling Stone“ mitreden, der doch in den USA mal als Zeitschrift der linken Gegenöffentlichkeit gegründet wurde.  Was für ein Abstieg, wenn man betrachtet, welche Tradition der (amerikanische) RS doch hat: von Jann S. Wenner zu Ulf Poschardt – das bringt auch nur der Springer-Verlag fertig.