Mit ‘Muppets’ getaggte Beiträge

Video-Tipp: Der schönste Muppets-Weihnachtsfilm ever

Veröffentlicht: 15. Dezember 2011 in TV
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Habe den neuen Kinofilm schon gesehen, darf aber wegen der Sperrfrist noch nichts darüber verraten. Stattdessen diese Empfehlung: Auf DVD leider vergriffen, aber was man bei YouTube nicht alles findet: „A Muppet Family Christmas“ ist für mich der beste ihrer Weihnachtsfilme. Es handelt sich um ein 50-minütiges TV-Special von 1987, in dem zum wohl einzigen Mal fast alle von Jim Henson geschaffenen Fernsehfiguren zusammen auftreten, nicht nur die aus der „Muppet Show“, sondern auch die aus der „Sesamstraße“, die Fraggles und sogar ganz kurz die „Muppet Babies“ (als Puppen!). Tolle Gags, warmherzige Stimmung (aber nicht so kitschig wie die „Weihnachtsgeschichte“) und Anarchie pur: Der schwedische Koch will Bibo als Truthahnersatz braten und Doc fragt sich, warum Ernie und Bert immer betonen, mit welchem Buchstaben ein Wort anfängt. „Wo wir herkommen, gilt das als Smalltalk.“

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Jim Henson bloggt

Veröffentlicht: 30. Juni 2011 in Film, Online, TV
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Sozusagen. Er ist natürlich schon länger tot, aber seine Produktionfirma veröffentlicht jeden Tag im Internet einen Eintrag aus seinem Notizbuch, das er von 1965 bis 1988 geführt hat. Meistens nur einen Satz, der aber dann manchmal von dem Archivar mit Hintergrundinformationen und interessantem Bildmaterial ergänzt wird. Für Muppet-Fans wie mich eine unerschöpfliche Fundgrube.

Jim Henson ist vor allem als genialer Schöpfer der Muppets, der Sesamstraße und der Fraggles bekannt, der Generationen von Kindern mit seinen verrückten Puppen begeistert hat. In den 80er Jahren, seinem letzten Lebensjahrzehnt vor seinem frühen Tod 1990, wagte er sich auf neues Terrain und drehte zwei aufwändige Kinofilme: „Dark Crystal“ und „Labyrinth“. Was beide gemeinsam haben: Es sind Puppenfilme und es sind Fantasyfilme. Damit hören die Gemeinsamkeiten aber auch schon auf, denn im Ergebnis sind sie recht unterschiedlich.

„Der dunkle Kristall“ war 1982 Hensons Versuch, einen Puppenfilm für ein erwachsen(er)es Publikum zu machen. Die Story arbeitet mit verschiedenen Versatzstücken aus dem Genre der Fantasy, die man schon hundert Mal gehört hat. Insbesondere erinnert sie an den Comicklassiker „Die große Macht des kleinen Schninkel“, wobei dessen Autoren wohl eher bei Henson geklaut haben. Auf einem fernen Planeten herrschen seit Urzeiten zwei unterschiedliche Rassen, die bösartigen, drachenähnlichen Skekse und die gutmütigen, weisen Mystics (die in der deutschen Fassung aus unerfindlichen Gründen Uru heißen). Von beiden leben allerdings nur noch jeweils zehn. Sowohl der Imperator der Skekse als auch der weiseste der Uru liegen im Sterben. Vor seinem Tod schickt letzterer aber noch den Genfling Jen auf eine Mission. Denn eine alte Prophezeiung sagt, dass eines dieser kleinen, elfenhaften Wesen das Gleichgewicht auf der Welt wieder herstellen wird. So macht sich Jen auf eine gefahrvolle Reise…

Damals floppte der Versuch, eine neue Zielgruppe ins Kino zu locken. Heute gilt der Film hingegen als Klassiker – zu Recht. Gerade aus heutiger Sicht wirkt es faszinierend, wie hier ohne jegliche Computereffekte eine fantastische Welt geschaffen wurde. Menschliche Charaktere tauchen nicht auf, alle Figuren sind Puppen, wobei man oft nicht erkennen kann, wie diese eigentlich bewegt werden. Tatsächlich sind viele der Figuren Ganzkörperpuppen, in die jeweils ein Puppenspieler hinein schlüpfen musste. Dazu kamen dann jeweils noch mehrere Assistenten, die per Fernbedienung Arme, Gesichtszüge, Augen etc. steuerten. Ein unfassbarer Aufwand mit einem sehr überzeugenden Ergebnis.

Natürlich ließen es sich auch Henson und sein Co-Regisseur Frank Oz, die schon legendäre Paare wie Kermit und Piggy, Ernie und Bert sowie Statler und Waldorf verkörperten, nicht nehmen, auch selbst Handpuppen zu bedienen. Von der technischen Seite ist der Film perfekt, nicht nur die Puppen, auch das Produktionsdesign überzeugen auf ganzer Linie. Die Handlung ist hingegen etwas dünn, teilweise langatmig und auch stellenweise zu kitschig ausgefallen.

1986 drehte Henson dann „Die Reise ins Labyrinth“, der eher ein Kinder- oder Familienfilm ist. Zu den Puppen kommen diesmal zwei menschliche Hauptdarsteller, der Ton ist deutlich leichter und lustiger. Die 14-jährige Sarah ist von ihrem Baby-Bruder so genervt, dass sie wünscht, der Koboldkönig möge ihn holen – was der dummerweise auch tut. Nun hat sie nur wenige Stunden Zeit, um den Weg durch ein gewaltiges Labyrinth zum Schloss des Koboldkönigs zu finden und ihren Bruder zu befreien, sonst muss er für immer dort bleiben. Auf ihrer Reise trifft sie nicht nur auf zahlreiche Hindernisse, sondern gewinnt auch neue Freunde.

Jennifer Connelly überzeugt in ihrer ersten Hauptrolle, während David Bowie als Koboldkönig nicht viel mehr zu tun hat als ein paar Mal bedrohliche Reden zu schwingen und ansonsten einige nette Musiknummern beisteuern zu dürfen. Die Songs sind heute vergessen, zumindest stören sie aber nicht, wie in den meisten anderen Kinder- und Animationsfilmen. Die Handlung ist hier noch schwächer als im Vorläuferfilm, dafür haben Henson & Co, einige wirklich witzige Figuren kreiert: einen alten Weisen, der im Grunde nur Allgemeinplätze von sich gibt, was sein huhnartiger Hut launisch kommentiert, zwei Türklopfer, die an Statler und Waldorf erinnern, und bunte tanzende Monster, die mit ihren Köpfen Basketball spielen.

Auch hier ist das Making-Of wieder sehr unterhaltsam: So gibt es eine Musikszene im Film, in der zwei Dutzend Puppen, darunter zahlreiche von Kleinwüchsigen gespielte Kobolde, dazu lebende Hühner und ein echtes Baby mit David Bowie ineteragieren mussten – ein wahres Irrenhaus. Für andere Szenen haben die Puppenbauer meterhohe, voll mechanische Gerippe konstruiert; es ist wirklich unglaublich, was damals für ein Aufwand getrieben wurde.

Beide Filme sind zusammen auf einer Doppel-DVD erhältlich, die auch die beiden ausführlichen Making-Ofs enthält. Ein schöner Blick in eine Kinoepoche, die aus heutiger Sicht schon unendlich fern erscheint. Zurzeit arbeiten die Jim Henson Productions an einer Fortsetzung zum „Dunklen Kristall“. Ohne CGI und Computereffekte will man dabei nicht mehr auskommen. Den Charme des Vorgängers wird man so kaum mehr erreichen können.

Im Garten eines Kraken

Veröffentlicht: 30. August 2010 in Musik
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Hier mal wieder etwas Muppet-Content. Dank Jakob Augsteins Kolumne habe ich erfahren, dass die Mupperts Ringo Starrs Beatles-Song „Octopus’s Garden“ gecovert haben.

Und das ist die deutsche Version aus der „Sesamstraße“, allerdings wesentlich unlustiger inszeniert: