Mit ‘Marc Fischer’ getaggte Beiträge

Heute mal ganz old school zwei Print-Lesetipps: In der aktuellen „brand eins“ findet sich zum einen eine sehr gute Reportage über die Frage, warum der erfolgreiche Popjournalist Marc Fischer Suizid beging. Darin geht es u.a. um die TEMPO-Jahre, erfundene Figuren in Artikeln und die Einsamkeit des „Kriegsberichterstatters“  inmitten der hippen Berliner Kulturszene. Schönes Zitat (sinngemäß): „Wer sich um Frau und Kinder kümmert, bleibt in Nürnberg wohnen, die anderen gehen nach Berlin.“

Zum anderen gibt es noch einen recht aufschlussreichen Artikel über IKEA, sein Erfolgsrezept und die Schattenseiten seines Geschäftsmodells. Hat mir sehr aus der Seele gesprochen, nachdem ich neulich beim Versuch, ein Regal auszusuchen, sehr genervt war. Ich glaube auch immer mehr, dass das Geschäftsmodell im Grunde auf Blendung des Kunden basiert – Marketing 1, Service 5. Oder wie es der Artikel in Anspielung auf die Hotline formuliert: „Fluchst du noch oder telefonierst du schon?“. Außerdem möchte ich nicht während meines Einkaufs von Lautsprecherdurchsagen und Hinweisschildern permanent in vertraulichem Ton dazu aufgefordert werden, doch bitteschön mitzuarbeiten („Mach dir Notizen!“, „Miss deinen Stoff selbst ab!“ etc.). Aber die Köttbullar sind lecker, das muss ich zugeben…

P.S.: Wem 7,60 Euro für die Zeitschrift wie mir auch zu teuer sind und wer dann kein hippes Szenecafé in der Nähe hat, das sie ausliegen hat, kann die Texte ab Erscheinen der nächsten Ausgabe dann auch online lesen.

R.I.P. Marc Fischer

Veröffentlicht: 17. Juni 2011 in Print
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Ok, ist schon über zwei Monate her, aber ich hab’s tatsächlich erst gerade mitgekriegt: Im April starb Marc Fischer, einer der deutschen „New Journalists“ aus der „Generation Tempo“, der in den vergangenen Jahren u.a. für DUMMY schrieb. Aus dem „Spiegel“:

„Inspiriert vom New Journalism eines Gay Talese stieg Fischer sehr jung Mitte der neunziger Jahre beim Monatsmagazin „Tempo“ zum Star auf. Danach hätte er sich bei den etablierten Medien einen Schreibtisch aussuchen können, aber er streifte weiterhin durch die entlegenen Ecken der Welt, immer auf der Jagd nach Geschichten, getrieben von einer Sehnsucht nach einer gebrochenen Schönheit, die ihm wichtiger war als ein regelmäßiges Monatsgehalt.“

Aus dem Nachruf bei Spiegel Online:

Doch nie wieder gingen die Strömungen der Zeit, die Möglichkeiten, die eine Redaktion ihm einräumte, und Fischers unbestreitbares Talent so glücklich zusammen wie bei „Tempo“.

Und hier einer seiner letzten Texte. Schade.

(via)